Beitrag erstellt
am 4.07.2007
um 21:42

Testbericht Freeloader

Kategorien: Net





Der Freeloader - Bild von www.MEGA-merchandise.deEs ist schon ein Kreuz mit diesen mobilen Geräten: Man kann sie zwar überall hin mitnehmen, aber da schleppt man tatsächlich mal 2-3 Gerätschaften mit sich herum (Handy, PDA, PSP, …) und genau dann geben die Teile den Geist auf und verabschieden sich mit dem Hinweis “Akku leer”. Natürlich hat man gerade kein Ladegerät dabei (wozu auch, man ist ja grade sowieso fernab jeder Steckdose). Also, was tun?
Lösungen gibt es viele, eine davon möchte ich heute vorstellen, und zwar den Freeloader von STI, der mir freundlicherweise für diesen Zweck von Denis von der Webseite MEGA-merchandise.de zur Verfügung gestellt wurde. Doch vorher noch kurz ein paar Worte dazu, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, als Versuchskaninchen eingesetzt zu werden:
vor ein paar Wochen (lange ist’s her) hatte Robert Basic in seinem Basic Thinking Blog nachgefragt, ob nicht jemand Lust hat, eben dieses Gerät mal zu testen und darüber zu schreiben. Ich hab mich natürlich gleich laut schreiend gemeldet und mich dann gewundert, dass ich keine email bekommen hatte mit Informationen über wie und was, obwohl ich eigentlich im Kreis der Auserwählten war. Nun ja, Schwamm drüber dachte ich, ist ja kein Beinbruch. Letzte Woche dann hatte ich gemerkt, dass mein toller eigener email Server nicht so wollte wie ich und eine Anzahl emails nicht in meinem normalen Account gerutscht sind. Dabei war natürlich auch die mail zum Thema Produkttest. Also flugs zurückgeschrieben und mich für meine Trotteligkeit entschuldigt. So bin ich nun doch noch dazu gekommen, mal zu schauen, was dieser Akku-Lader so taugt:

Eins vorweg, ich bin durchaus vorbelastet, was solche Geräte angeht. Ich hatte mir bereits zu meinem ersten Laptop einen externen Zusatzakku gekauft, der ganz normal an den Stromport angeschlossen die Laufzeit des Laptops verdoppelt hatte. Außerdem habe ich einen externen Akku für meinen PDA, der eigentlich nur aus austauschbaren AAA-Zellen in einem Plastikgehäuse mit Anschlusskabel besteht und die Laufzeit um ein paar Stunden erhöht. Also, es gibt durchaus schon Lösungen die ich erprobt habe und die ihren eigentlichen Zweck erfüllen. Doch auch diese haben weiterhin das alte Problem. Irgendwann ist der Strom weg und wieder aufladen wird problematisch – einzig den PDA-Lader kann man mit einem weiteren Pack Batterien wieder fit machen. Aber die hat man ja auch nicht unbedingt stapelweise dabei.
Zumindest tagsüber scheint daher die Verwendung eines sich per Photovoltaik selbst regenerienden Akkus genial. Ob die Technik allerdings in der Form auch praxistauglich ist, muss erst geklärt werden. Daher nun also dieser Test.
Schauen wir uns aber zunächst einmal das Gerät selbst an. Im Grunde genommen handelt es sich auch hier erstmal ganz simpel um einen externen Zusatzakku für diverse mobile Geräte. Das besondere sind die Auflademöglichkeiten. Zum einen läßt sich das Gerät über ein mitgeliefertes Kabel per USB aufladen, der Clou sind allerdings die zwei Solar-Flügelchen, die sich von Gerät abnehmen und getrennt wieder anstecken lassen, um Sonnenenergie in elektrische umzuwandeln. Eine doppelte LED-Anzeige gibt dann darüber Auskunft, wie gut die Energie umgesetzt wird. Über einen weiteren Anschluss läßt sich an den Freeloader ein Adapterkabel anstecken. Für dieses Kabel werden insgesamt 12 Adapter mitgeliefert, was bereits ziemlich viele Geräte abdeckt, diverse Handytypen lassen sich ebenso leicht anschließen wie zahlreiche PDAs oder gängige Spiele-Handhelds. In meinem Fall findet das Gerät problemlos Anschluss an meinem Palm Tungsten E, an meine PSP und an mein Sony Ericsson K750i.
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Ohne Panel ist der Freeloader kleiner als eine Zigarettenschachtel (58 x 62 x17 mm), mit Panel verdoppelt sich die Länge (123 x 62 x 17 mm, bzw. 188 x 62 x 17 mm im Solarmodus). Der Akku selbst hält laut Datenblatt 3,7V bei 1000 mAh, das Solarpanel liefert 5,5V mit 120mA (max. Ladezeit ca. 5-6 Stunden bei gutem Licht), über das USB-Ladekabel kann der Freeloader mit den USB-üblichen 5V bei 500mA versorgt werden und ist dann in knapp 3 Stunden voll aufgeladen. Sollte der Akku einmal an Altersschwäche leiden, so läßt er sich austauschen, Ersatzakkus wird es wohl demnächst geben.
3 LEDs geben Auskunft darüber, ob über die solar-Flügel oder über USB geladen wird und ob der interne Akku voll geladen ist.

Zwei Testszenarios haben sich in meinem persönlichen Umfeld aufgetan. Beide Szenarios wurden von mir für diesen Bericht forciert, beide Fälle sind bei mir so oder so ähnlich aber schon aufgetreten, daher können sie durchaus als realistisch aufgefasst werden. Auf Grund des anhaltend schlechten Wetters der letzten Tage musste ich dabei leider ein wenig tricksen.

Szenario 1: Handy-Power
So ein Handy ist schon praktisch, man ist fast überall erreichbar und endlich mal kabellos. Nun ja, fast, den irgendwie muss man das Gerät ja laden. Und natürlich hat man genau dann das Ladegerät nicht dabei, wenn man z.B. im Büro sitzt und gerade einen wichtigen Anruf erwartet. Und schon meldet sich das Handy – Akku leer. Vor ein paar Tagen ist mir das wieder passiert – diesmal habe ich es allerdings absichtlich nicht daheim aufgeladen. Stattdessen wurde flugs der Freeloader an das Handy geklemmt und frohlockt, als es wieder aufgeladen wurde. Das Laden geht so zwar länger als per Ladekabel, um das Handy in Bereitschaft zu halten, wenn es vorher praktisch stromlos war, reicht es aber allemal. Ergo: Test bestanden.

Szenario 2: im Schloßpark mit der PSP
Wenn die Sonne scheint, gehe ich gerne in den Schloßpark und leg mich irgendwo in die Sonne. Nebendran die PSP zum Musik hören – perfekt. Das letzte Mal war der Akku der PSP allerdings schon auf 30% runter – absichtlich versteht sich, schließlich sollte sich der Freeloader bewähren. Diesmal habe ich noch die Solar-Flügelchen angesteckt, um von der Sonne, die ab und an durch die Wolken schien zu profitieren. Dabei habe ich festgestellt, dass die Flügelchen einzeln nicht exakt passen, sondern ein wenig Spiel haben. Dadurch kann es passieren, dass ein Solarflügel gar keine Energie ins Gerät leitet. Dies sieht man dann allerdings an den LEDs. Ich habe nun also eine ganze Weile Musik gehört, wurde dann aber von einem Bekannten unterbrochen und hatte die PSP zwar weiterhin angeschlossen, aber ausgeschalten. Der Akku-Ladestand der PSP war danach knapp über 40%. Durchaus passabel.

Kommen wir zum Fazit:
Für knapp 50 Euro bekommt man einen brauchbaren externen Akku in einem robusten Gehäuse, der mit einer Vielzahl an mobilen Geräten klarkommt. Die Möglichkeit, per Sonnenenergie den Freeloader wieder aufzuladen ist hierbei ein großes Plus, dass ihn angenehm von anderen externen Akkus abhebt. Zu wünschen wäre eine genauere Anzeige über den Ladezustand (man weiß nie ob der Akku nun bei 75% oder bei 10% ist) sowie eine stabilere Anbringung der Solar-Flügel, außerdem eine Möglichkeit, die Adapter sicher auzubewahren. Andere Hersteller liefern hier eine Plastikleiste mit. Absolut klasse ist hingegen die Möglichkeit, die Solarpanel komplett abzunehmen und daheim zu lassen, was die Größe und das Gewicht noch einmal deutlich reduziert. Wer unterwegs bei seinen mobilen Geräten häufiger Stromprobleme hat oder einfach häufiger und länger in der Natur Musik hören will, der ist hier gut bedient. Alle anderen müssen sich halt überlegen, ob sie noch ein weiteres Gerät wirklich benötigen. :)

Hier noch einmal Pro und Contra in der Übersicht:

Pro:
- klein und handlich
- Solarteil läßt sich abnehmen, dadurch noch leichter und handlicher
- viele Adapter mitgeliefert
- gleichzeitiges Laden des Akkus und des angeschlossenen Gerätes möglich
- Akku austauschbar

Contra:
- Solar-Flügel sind etwas locker, wenn sie zur Stromaufnahme angebracht sind
- Adapter können durch ihre Größe leicht verloren gehen.
- keine Standard AAA-Akkus verwendbar
- keine direkte Ladestandanzeige im Gerät

Ich möche an dieser Stelle noch einmal Denis von MEGA-merchandise.de dafür danken, dass er mir trotz meiner email-Idiotie die Möglichkeit gegeben hat, das Gerät umfassend zu testen.

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Kommentare (RSS-Feed)

[...] Ein Aufladegerät mit Solarpannels, das nun Zentrum des Wahnsinns ausführlich getestet [...]

Klasse Gerät. Sollte ich wieder Geld haben, werde ich mit dem Gedanken spielen, mir eines zuzulegen. Meine Frage dazu: Würdest du dir, wenn du die Gelegenheit dazu hättest, den Freeloader kaufen, von deinem eigenen Geld?

Gute Frage. Nach dem ersten Test schon. Mittlerweile hat das Gerät ein paarmal nicht das gemacht, was es soll (laden), ich werde deswegen mal demnächst einen Nachtest starten – jetzt am Wochenende soll ja schönes Wetter sein.
Ob ich jetzt 50 Euro dafür ausgeben würde, weiß ich derzeit nicht so recht. Wenn der Preis ein wenig sinken würde, würde ich aber denke ich auch beherzt zugreifen.
Aber wie gesagt -> Nachtest. :)

Da gibt es aber noch eine ganze Reihe anderer Geräte, so z.B. der solio better energy – der ist allerdings etwas teurer. Selbst bei Conrad kriegt man schon einen. Ich fürchte aber, dass man die erzielbare Kapazität eines so kleinen Panels regelmässig überschätzt – ein Ersatz für das Netzteil im Urlaub ist es mit Sicherheit nicht.

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